FAS

Filed under: Unter Linken — Schlagwörter: , , , — JF @ 23:27

Beißende Ironie

Nicht jeder ist zufrieden mit den Pressestimmen zu einem Buch. Normalerweise beschweren sich die Autoren, wenn sie sich ungerecht behandelt  fühlen. Dass sich der Kritiker grämt, weil seine Kritik nicht so verstanden wurde, wie er sie sich gedacht hatte, kommt eher selten vor. Die eminente Redakteurin der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” Julia Encke, oder genauer “Dr. Julia Encke”, fühlt sich missverstanden. Deshalb hat sie  jetzt einen Brief an Amazon geschrieben, in dem sie darüber Klage führt, dass einige Zeilen ihrer Rezension von “Unter Linken” in der Rubrik “Pressestimmen”  zu selbigem Buche auf der Webseite des Onlinehändlers auftauchen. Sie lässt Amazon  wissen, dass ihre Rezension als “Komplettveriss” gemeint war, weshalb sie nun eine, auch auszugsweise, Wiedergabe ihrer Kritik nicht hinnehmen könne:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Journalistin im Feuilleton der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” und habe in der F.A.S. das Buch “Unter Linken” von Jan Fleischhauer besprochen, das sich inzwischen in den Bestseller-Listen befindet. Meine Rezension war ein Komplettverriss, voller beißender Ironie. Mit Erstaunen stelle ich nun fest, dass Sie ein Zitat aus meiner Kritik, es waren selbstverständlich ironische Zeilen, nun als Werbung für das Buch verwenden: “Jan Fleischhauer nimmt kein Blatt vor den Mund. Er nimmt sogar in Kauf, ein paar Freunde zu verlieren. Sein Mut ist unerhört.” Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Ich bitte Sie, dieses Zitat umgehend von Ihrer Seite zu löschen. Es ist, aus dem Kontext gerissen, entstellend und falsch, und wirft im übrigen kein gutes Licht auf Amazon. Gerne wüsste ich, wie solche Zitatverwertungen zustande kommen.

Mit freundlichen Grüßen, Julia Encke

Dr. Julia Encke
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Feuilleton
Mittelstraße 2-4
10117 Berlin
Tel. 0049-30-20618-263
Fax 0049-30-20618-201

 

Hmm, ist das nicht die selbe Kollegin, die von sich selber sagte, sie habe bei der Lektüre nicht ein einziges Mal lachen können? Bei der FAS scheint man ein sehr spezielles Humorverständnis zu pflegen. Man könnte auch meinen, wer die armen Menschen bei Amazon ausdrücklich darauf hinweisen muss, dass eine Rezension ein “Komplettveriss” war, “voll beißender Ironie”, hat vielleicht kein ganz zwangloses Verhältnis zur ironischen Darstellung. Nur so ein Gedanke, aber auch der wird umgehend gelöscht. Wie die Zeilen aus ihrer Kritik. Versprochen.

Aus den Blogs

Filed under: Unter Linken — Schlagwörter: , , , — JF @ 19:07

Who is Who

Klaus Bittermann, Herausgeber der Berliner Edition Tiamat, hat von “Unter Linken” Notiz genommen und den Autor, also mich, allerschleunigst in seine “Hitparade der peinlichen Personen” aufgenommen, zusammen mit dem HSV-Torhüter Frank Rost. Man kann sich fragen, was wir beide mit einander zu tun haben, aber das liegt für Bittermann auf der Hand: Zwei Pflaumen, beide Obst. Außerdem Vereinsspieler. Ich hatte immer eine große Schwäche für Bittermann, seiner unermüdlichen Herausgebertätigkeit verdanken wir Preziosen wie das Lesebuch “über den Kulturbetriebsintriganten Günter Grass” mit dem unvergleichlichen Titel ”Literatur als Qual und Gequalle”; auch Geisels “deutsche Seelenwanderungen” oder Henschels “Blöken der Lämmer”, dem ich zum Thema linker Humor viel verdanke, sind in der Edition Tiamat erschienen. Zu den von Bittermann als erstaunlich und schwer erträglich peinlich rezensierten Personen zählen Martin Walser, Oliver Kahn, Joschka Fischer, Monika Maron, Klaus Wowereit, Dieter Bohlen und Götz Aly – dabei sein, ist hier alles!

Kritik

Filed under: Unter Linken — Schlagwörter: , , , — JF @ 18:07

Grämliche Zeit

Für alle, die Broders überschwängliches Lob noch nicht gelesen haben, hier ein Verweis auf “Die Presse” in Wien: In Österreich darf man noch die Wahrheit sagen! Für die “Zeit” hat sich Alexander Gauland über das Buch gebeugt, Herausgeber der “Märkischen Allgemeinen” und Verfasser diverser Anleitungen zum “Konservativsein”, die der lesende Teil der Bevölkerung zur nicht allzu geringen Enttäuschung des Potsdamer Publizisten aus unerfindlichen Gründen beharrlich ignoriert. Gauland befindet grämlich: “Jan Fleischhauer wollte über den Konservativismus schreiben – nur weiß er nicht, was das ist”. Sorry, “Zeit”-Redaktion, aber genau so ein Buch wollte der Autor nicht schreiben, so etwas will nämlich niemand lesen, wie sich bei einem Blick auf jede Amazon-Liste leicht feststellen lässt (Alexander Gauland, “Anleitung zum Konservativsein”, aktueller Amazon-Verkaufsrang: 476.811).

Podiumsdiskussion

Filed under: Unter Linken — Schlagwörter: , , , , — JF @ 16:52

Unter Linken im Gespräch:

Kollegenschelte

Filed under: Allgemein — JF @ 10:43

Conservatism ain’t no easy job

Die “taz” findet das Buch ganz und gar unnötig, weshalb sie die größten Unverschämtheiten lieber nur am Rande erwähnt (“Also. Die Frauenbewegung: nichts als eine klägliche Opferformation; Migrationspolitik ohne Selektion: geht gar nicht; die Deutschen: Menschen von erstaunlicher Gutmütigkeit”). Dieser Kollege von der “Welt” ärgert sich ein wenig, dass er nicht selber so ein Buch geschrieben hat (kleine Korrektur am Rande: die “Welt” taugt als Beleg gegen die Dominanz der Linken in der Meinungswirtschaft nur bedingt, schließlich stimmte auch in dieser Redaktion eine deutliche Mehrheit für Rot-Grün, siehe: “Unter Linken”, Seite 15). Lustigste Kritik bislang in der “jungle world”, erkennbar nichts gelesen außer dem Vorabdruck, aber der Kollege weiß, elegant das Florett zu führen. Man sollte sich mal kennenlernen – demnächst Mittagessen im Borchardt?

N24

Filed under: Unter Linken — Schlagwörter: , , , — JF @ 00:14

Rot und schwarz

Ein Mann sieht rot, auch auf N24:

rbb

Filed under: Unter Linken — Schlagwörter: , , , — JF @ 00:08

Im Stilbruch

Das Kulturmagazin “Stilbruch” des rbb berichtet über den Mann, der nicht mehr links ist:

Premierenfeier

Filed under: Unter Linken — Schlagwörter: , , — JF @ 23:59

Montagabend, irgendwo tief in Charlottenburg:


SZ

Filed under: Schmähung — Schlagwörter: , , , — JF @ 23:27

Verschwörungstheoretisch

Willi Winkler gestern in der “Süddeutschen Zeitung” verschwörungstheoretisch: Erst feiert Fleischhauer sein Coming out als Konservativer, schon kann man im Spiegel Online Shop über einen Link zu Libri Naziliteraur kaufen. Wer da wohl dahinter steckt? Fazit des SZ-Schreibers: “Die Glaubwürdigkeit des Spiegel wird unter diesem Link ins rechte Lager nicht leiden, peinlich ist es schon.” Peinlich wiederum für Winkler: Im Shop der “Süddeutschen Zeitung”, bei der er angestellt ist, kann man die Probe aufs Exempel, die Erinnerungen des im Dresdner Winkelried-Verlag erschienenen belgischen Faschisten und Littel-Inspirators Leon Degrelle, genauso problemlos erwerben. Was nur den Schluss zu lässt, dass Winkler nichts vom Internet versteht (gut denkbar) oder das bewußt missachtet hat, weil er sich irgendwie über den Spiegel beziehungsweise den Vorabdruck ärgern wollte. Kollege Winkler: Kopf hoch und selber mal ein Coming Out hinlegen, als was auch immer (ich glaube, er lässt sich fesseln).

Amazon

Filed under: Allgemein,Unter Linken — Schlagwörter: , , , — JF @ 23:40

Dschungelkrieg

Dafür, dass wir angeblich in einem postideolgischen Zeitalter leben, läuft die Debatte über das Buch unter den Lesern ziemlich munter, um nicht zu sagen erstaunlich leidenschaftlich. Bei Amazon hat sie jetzt sogar Einzug in die Leserbriefkommentare gehalten – heftige Diskussion über die Frage, ob irgend jemand eine negative Kritik gelöscht hat, beziehungsweise der Autor der Kritik zum Rückzug gezwungen wurde.

Older Posts »