Dschungelkrieg
Dafür, dass wir angeblich in einem postideolgischen Zeitalter leben, läuft die Debatte über das Buch unter den Lesern ziemlich munter, um nicht zu sagen erstaunlich leidenschaftlich. Bei Amazon hat sie jetzt sogar Einzug in die Leserbriefkommentare gehalten – heftige Diskussion über die Frage, ob irgend jemand eine negative Kritik gelöscht hat, beziehungsweise der Autor der Kritik zum Rückzug gezwungen wurde.
Tags: Amazon, Debatte, Zeiitgeist, Zensur


Es ist doch ganz einfach den Beitrag wieder drauf zu stellen, wenn der Betreffende das möchte. Oh Gott, wieder so eine Verfolgungswahn Idee der Linken.
A.H
Kommentar von A.Hetzschneck — 14. Mai 2009 @ 12:26
Anhand der Kommentare bei amazon, aber auch schon bei anderen Kommentaren bei Veröffentlichungen von Auszügen aus dem Buch, musste ich herzhaft über diese Reaktionen lachen.
“Nein! Mit Dir spiel’ ich nicht mehr!”
Einstimmig ist die linke Intelligenz: “jetzt sind wir bockig!”
Kommentar von jwjk — 14. Mai 2009 @ 23:44
Amazon wird glaube ich sowieso zunehmend zu einer politischen Plattform
Die ganzen Diskussionen um Zensur und die verfälschten Suchen, versteckte Bücher etc… Bin mal gespannt, wann wir nur noch in Zusammenhang mit Konsumthemen diskutieren. Finde es schon ein wenig erschreckend, diese Entwicklungen zu beobachten.
Kommentar von Laura — 15. Mai 2009 @ 15:03
Ich finde das Buch, das ich gerade zum zweiten Mal lese, ganz vorzüglich. Es ist gut recherchiert, gut formuliert und vor allem: Es hat Biss. Dies tut natürlich den Linken weh. Und weil Linke besonders wehleidig sind, ist das Gejammere jetzt groß.
Aber Fleischhauer unterlaufen auch sachliche Fehler: Hobbes war definitiv kein Schotte, und Jurist - jedenfalls im engeren Sinne - war er auch nicht, wie auf S. 62 f. zu lesen ist. Auch die Diskussion um John Rawls und Peter Singer (S. 151 ff.) hätte etwas sorgfältiger ausfallen dürfen, wobei diesen beiden Linken durchaus Liberale wie Hayek oder Nozick hätten gegenübergestellt werden sollen.
Formulierungen wie “Tatsächlich ist schwankende Klasse nicht nur ohne soziologischen Grund” (S. 186) stören, da doch offensichtich “soziologischer Grund” gar nicht gemeint ist, sondern “sozialer Grund” oder, noch besser, “soziale Verankerung” habe ich mit einem gewissen Missfallen gelesen.
Dennoch: Dieses Buch ist ein großer Wurf, dem ich viele Leser (vielerlei Geschlechts) wünsche.
Jurist war er auch nicht, wie auf S. @@ zu lesen ist.
Kommentar von Horst Wolfgang Boger — 17. Mai 2009 @ 15:16
Sehr geehrter Herr Boger,
Sie haben mit Ihren Hinweisen natürlich recht, sie werden in der nächsten Auflage selbstverständlich berücksichtigt. Das wird dann allerdings erst die dritte Auflage sein, die zweite ist bereits im Druck. Ganz herzlichen Dank, Jan Fleischhauer
Kommentar von JF — 17. Mai 2009 @ 18:42
Hätte man eigentlich nicht gedacht, dass sich die ganze Sache zu so etwas entwickelt. Aber das wird ganz sicher nicht das einzige sein, was uns erschrecken lässt. Man kann gespannt sein, was alles als nächstes kommt.
Kommentar von Stefanie — 22. Mai 2009 @ 11:30
Ich habe Jan Fleischhausers Buch gekauft und zwei weitere an Freunde verschenkt. Empfohlen habe ich es Dutzende Male.
Ich wünsche diesem Buch eine möglichst hohe Auflage, damit die außergewöhnlich gute Autoren-Arbeit möglichst vielen Lesern zugänglich wird und vielleicht bei dem einen oder anderen den Blickwinkel verändert und geistige linke Ecken entstaubt.
wolf
Kommentar von wolfgang osinski — 22. August 2009 @ 17:09