Kritik

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Meinungsspektrum

Die ersten Rezensionen laufen ein, die Meinungen gehen erkennbar auseinander. Nachdem die Rezensentin der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” das Buch vor allem langweilig und überflüssig findet, kann sich Henryk M. Broder in der “Weltwoche” vorbehaltlos begeistern. Gustav Seibt betrachtet die Dinge in der “Süddeutschen Zeitung” eher abgeklärt, der “Tagesspiegel” macht ein paar wohlwollend-ironische Anmerkungen zur Buchpräsentation am Montag und die Korrespondentin der WAZ erkennt einiges wieder, was sie lustig findet.

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Wir Kleinbürger

Die “Welt am Sonntag” präsentiert  einen Auszug aus dem Kapitel “Wir Kleinbürger – die Linke und das Volk”, offenbar nicht zu jedermanns Vergnügen, wie man den Kommentaren auf “Welt online” entnehmen kann.

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Leseprobe

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Unter Linken

Linkspartei

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Wahres Gesicht

Bei dem aufmerksamen Berliner Bloggerkollegen Ingo Way findet sich folgender Eintrag, den man als Kommentar zum Linksparteifunktionär Bodo Ramelow lesen kann, der sich Hoffnungen macht, im August in Thüringen Ministerpräsident zu werden – aber auch als Beitrag zur Debattenkultur.

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“Da hat der nette Schwiegersohn Wulff mal sein wahres Gesicht gezeigt.” Wer am Vorabend des 9. November dergleichen sage, sei  “instinkt- und geschmacklos”. Einen Rücktritt Wulffs würde zwar auch er begrüßen, so Ramelow. Damit sei es aber nicht getan. Das eigentliche Problem sei, dass CDU und CSU “ihre eigene braune Vergangenheit” nicht aufgearbeitet hätten, aber stets mit dem Finger auf andere deuteten.

Der Fraktionsvize der Linken, Bodo Ramelow, am 8. November 2008, nachdem der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff in einer Talkshow zur Debatte um Managergehälter gesagt hatte: “Ich finde, wenn jemand 40 Millionen Steuern zahlt als Person und Zehntausende Jobs sichert, dann muss sich gegen den hier nicht eine Pogromstimmung entwickeln.”

Ramelow sagte dem “Tagesspiegel am Sonntag”: „Das geht schon in Richtung Pogromstimmung gegen die Repräsentanten der Linkspartei.” Kalkuliert werde in Kauf genommen, „dass es irgendwann Übergriffe gibt”.

Der Wahlkampfchef der PDS, Bodo Ramelow, am 16.7.2005, nachdem Politiker der SPD Oskar Lafontaine als “Haßprediger” bezeichnet hatten (und zwar aus den hier aufgeführten Gründen).

Biller

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Anatolisches Phlegma

Ein wunderbarer Arschtritt von Maxim Biller allen, die sich darauf herausreden, sie hätten es so schwer in Deutschland, weil sie niemand wirklich haben wolle, und die es deshalb von vornherei aufgegeben haben, als Türken Bundeskanzler werden zu wollen oder Mercedes-Chef oder Rudolf Augstein. Biller empfiehlt gegen das  “anatolische Phlegma und Mañana-Versagen” nicht sozialpädagogische Verständnisprogramme, sondern angeödetes Unverständnis, das den einen oder anderen vielleicht aufscheucht aus seinem “ruhigen, unhungrigen Unterprivilegiertenleben”.  Wer in der Minderheit ist, bemüht sich eigentlich mehr, er versucht schlauer zu sein, lustiger, einfallsreicher als die, die zur Mehrheit zählen; Leute wie Kurt Tucholsky, Egon Erwin Kisch oder Karl Kraus bestimmten zu ihrer Zeit nicht deshalb den Journalismus in Deutschland, weil sie als Juden klüger waren, sondern weil Juden in Deutschland vor Hitler mit 600 000 gegen 60 Millionen ein paar Dinge klar stellen wollten. Sagen wir den Nicht-Mehrheitszugehörigen, die heute ihr Minderheitenschicksal als Entschuldigung zum Nichtstun und Eckenstehen nehmen, also einfach: “Tucholsky, Kraus und Kisch hatten es noch schwerer als ihr und haben genau deshalb das Vor-Hitler-Deutschland hoch- und runtergeschrieben, wie sie Lust hatten!” Und dann? “Dann würde wahrscheinlich etwas passieren”, stellt sich Biller vor. “Dann würden ein paar besonders kluge Einwandererkinder genervt und in ihrem Stolz extrem verletzt sein. Sie würden denken: Was, sind wir wirklich alle solche Nullen? Niemals.” Wäre jedenfalls einen Versuch wert.

Biller über Konformismus

Baring

Abgelegt unter: Unter Linken — Tags:, , , — JF @ 13:49

Endlich!

“Endlich!”, schreibt Arnulf Baring in der heutigen Ausgabe der “Welt“: “Wie lange hat man auf dieses Buch gewartet, das überfällig war.” Die erste Rezension von “Unter Linken” – schmeichelhaft. So kann es natürlich nicht bleiben.

“Da muss man ja konservativ werden”

Vorabdruck

Abgelegt unter: Linke — Tags:, , , , , — JF @ 23:53

Aus dem Villenviertel

Im “Spiegel” findet sich diese Woche ein Auszug aus der Einleitung meines Buches; für alle, die das verpasst haben, anbei ein Auszug. Die Kommentare sind bislang überwiegend freundlich, nur Leser M. Rude erfüllt erkennbares Missbehagen bei der Lektüre, er moniert: “Gerade habe ich den Auszug aus der Einleitung Ihres Buches im SPIEGEL gelesen. Das hat mir schon gereicht. Wer ernsthaft meint, heute links zu sein, bedeute, zwar in einem Villenviertel zu leben, aber in der SPD zu sein, für Obama zu schwärmen, die Meinungsspalte der “Süddeutschen” zu lesen und das Feuilleton der FAZ, der war nie links, sondern schon immer bürgerlich und konservativ. Eine Frechheit, dass so jemand sich erdreistet, etwas über die Befindlichkeit der Linken zu schreiben!” Hmm, was dem aufmerksamen Zeitgenosse Rude wohl auf Nachfrage zum Lebenswandel von, sagen wir, Joschka Fischer einfallen würde, der gerade eine Villa im Grunewald bezogen hat, die er mit den Einnahmen aus einer amerikanischen PR-Agentur bestreitet? Aber vielleicht gehörte Fischer nach Ansicht des braven linken Fahrensmanns ja auch nie dazu.


Wie man aus Versehen konservativ wird

Konservativ

Abgelegt unter: Lebenswelten — Tags:, , , — JF @ 23:26

Woran Sie erkennen können, dass Sie für die linke Sache verloren sind:

- Sie sehen Ihre Tochter mit Puppen spielen und den Sohn mit einem Feuerwehrauto und sind darüber nicht besorgt, sondern aufrichtig erleichtert.

- Sie vertreten in einer Diskussion über Graffiti als einziger nicht die Meinung, dass man dies als jugendliche Protestform akzeptieren müsse.

- Sie würden sich wünschen, dass der Ethiklehrer Ihres Kindes nicht eine gepiercte Zunge hat und um den Hals Metallbänder so groß wie nubische Armreifen.

- Sie sind natürlich gegen Botox und Brustvergrößerungen – aber verstehen jeden, der es trotzdem macht

- Sie sind auch zu der Erkenntnis gelangt, dass sich am Strand und im Theater immer die Falschen ausziehen.

- Sie halten die ganzen 122 Minuten von “Dead Man Walking” durch und wollen am Ende immer noch, dass der Typ seine gerechte Strafe erhält.

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