Noch mehr Kritik

Auf Erkundungsfahrt mit der “FAZ

Der “FAZ”-Redakteur Tobias Rüther ist losgezogen, um Linke nach ihrer Meinung zu “Unter Linken” zu befragen – eine ganz eigenwillige Erkundungsfahrt. Der vorherrschende, doch einigermaßen kuriose Befund seiner kleinen Reise: So richtig links will keiner mehr sein, jedenfalls nicht auf Vorhalt. Heribert Prantl, Innenpolitikchef der “Süddeutschen Zeitung”, bezeichnet sich als “liberaler Sozialkatholik”; die Schriftstellerin Eva Menasse war ausweislich ihrer eigenen Selbstverortung überhaupt nie links, sondern mindestens zu gleichen Teilen auch konservativ (wie sich ihr Wahlaufruf für Rot-Grün damit verträgt, wird wohl immer ihr Geheimnis bleiben). Der einzige, der treu zur Fahne steht, ist Klaus Staeck, in den Siebzigern mit  eigenwilligen SPD-Wahlplakaten  zu einigem Ruhm gelangter Grafikdesigner und nun, trotz oder dank dieser doch eher zeitgebundenen Aktivität, auf die alten Tage noch Präsident  der Akademie der Künste in Berlin. Rüthers verwundertes Fazit: “Die SPD nicht links, Prantl nicht links, Grass nicht links” – ja, da kann man in schon ins Grübeln kommen.

Zweites erfreuliches Ergebnis: Alle sind ganz gelassen, niemand regt sich groß auf, man ist schließlich liberal. Nur SZ-Prantl fällt ein wenig aus der Rolle, wenn er  dem Bekenntnis, er fühle sich in keiner Weise provoziert, sondern eher amüsiert,  dann doch noch hinterherschicken muss, er halte den Autoren Fleischhauer für “weniger politisch, oder postpolitisch, sondern eher postpubertär”. Das  ist eine Schmähung, die nur einem Linken einfallen kann, denn eben nur dort gilt es als vorwerfbar, wenn man irgendwann der Daueradoleszenz Ade sagt, um sich zum Erwachsensein durchzuringen. Ich finde, es gibt gute Gründe dafür, dass es mit 47 Jahren irgendwann an der Zeit ist, die Pubertät hinter sich zu lassen, aber auch das ist wahrscheinlich furchtbar postpubertär gedacht.

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21 Kommentare

  1. Mal ganz ehrlich, wenn jeder Mensch mit zumindest etwas Verstand und Geschmack ihr Buch absolut unlustig und lächerlich findet. Aber auf der anderen Seite abgehalfterte Personen wie Gafron, Röhl oder Broder für einen Partei ergreifen. Gibt einem das nicht manchmal zu Denken, ob man in seinem Leben vielleicht doch etwas falsch gelaufen ist?
    Und ihre Argumente: Linke haben keinen Humor. Was ist mit Rocko Schamoni, Max Goldt, Nick Hornby, Jon Stewart, Klaus Bittermann, Simon Pegg. Jeder dieser Personen ist wohl eher dem linken Lager zuzurechnen und 1000x witziger als sie und ihr Versuch einer Spottschrift.

    Comment by Stefan Schneyder — 2. Juli 2009 @ 21:24

  2. Max Goldt muss ich hier doch ausnahmsweise in Schutz nehmen. Ist er komisch? Keine Frage. Aber links? Wohl kaum. Ich kenne ihn und besser noch seinen Verleger, und wir sind uns einig: Goldt ist politisch nicht zu vereinnahmen. Was den Rest der Einschätzungen angeht, will ich nicht widersprechen: Wenn Sie es so sehen, dann werde ich das nicht ändern können. Herzlich, JF

    Comment by JF — 2. Juli 2009 @ 22:39

  3. @ Stefan Schneyder

    Verstand und Geschmack möchte ich den Kritikern gar nicht absprechen. Vergessen wir aber nicht, dass wir über Personen reden, die nur eine Wahrheit kennen. Ihre. Es mag ja etwas zu einfach formuliert, trifft aber den Nagel auf den Kopf. Wenn sie sich auf Veranstaltungen befinden, wo diese Leute unter sich sind, werden sie meine Meinung verstehen und teilen. Falls es nicht so sein sollte, dann nur weil sie auch der besagten Gruppe ähneln und, wie von Herrn Fleischhauer im Buch passend bemerkt, zu den „Selbstschulterklopfer“ gehören.

    Wenn der Verstand gut ausgebildet ist, dürften aber die guten Absichten angezweifelt werden.

    Comment by Robert Kopper — 3. Juli 2009 @ 09:30

  4. Unser erfolgreicher Joschka bekannte am 14.08.2008 in der ZEIT Nr. 34: „Ich bin immer noch ein Linker!“ und Richard Rorty, auch noch ein bekennender Linker, schreibt so schön über „Nationalstolz“ (Zit. bei Jörg Lau im Aufsatz über „Selbstachtung und Selbstverbesserung“), wie es sich kein „Rechter“ zu getrauen vermag.

    Sollte sich denn mein Verdacht erhärten, dass Linke eigentlich gar nicht links sind sondern nur gegen Rechts, und dafür hat jeder Linke seinen eigenen Popanz geschaffen, auf den er in seinem Geiste als Vodoo-PriesterIn eindrischt.

    Irgendwie haben die Jungs und Mädchen Adolf noch immer im Kopf, ob aus (un)heimlicher Verehrung, zur Steigerung des Selbstwertgefühls, aus einer undefinierbaren Abneigung gegen Deutschland oder einfach aufgrund einer hochgradigen Paranoia müsste einmal untersucht werden. Unverbesserliche Altlinke wie Semler von der TAZ usw. wären bestimmt aufschlussreiche ProbandInnen.

    Comment by Karl — 3. Juli 2009 @ 11:36

  5. Schon erstaunlich. Das niemand mehr links sein will ist ja weissgott kein neues Phänomen. Und das auch kaum noch jemand links ist auch nicht. Und das ausgerechnet Joschka Fischer, der nie ein linker war sondern immer nur ein vollkommen gewissensfreier Karrierist und Selbstdarsteller sich jetzt als “Immer noch links” bezeichnet ist schon ein Witz. Immerhin der erste Deutsche Außenminister seit von Ribbentrop, der wieder einen Angriffskrieg maßgeblich vorbereitet hat.

    Und – richtig beobachtet: viele “bekennende Linke” müssten sich nicht bekennen, weil sie sich zu etwas bekennen, was sie zweifelsfrei und ganz offensichtlich nicht sind.

    Comment by Edmund Dorff — 3. Juli 2009 @ 17:27

  6. Für mich ist “Unter Linken” eine vergnügliche Polemik von einem, der dem linken Sauertopf entstieg und aus Versehen fröhlich konservativ wurde. Anders gesagt: So schön und so fröhlich hat noch keiner, der dem linken Sauertopf entstieg, dem juste Milieu linker Rechthaber die Leviten gelesen. Das Buch eignet sich als exzellent als Grundlage für politischen Small- und Big Talk – und als Geschenk für Linke und Konservative. Nur Medienmenschen sollte man es eher nicht schenken, die nehmen’s womöglich persönlich. Gell, Frau Encke?

    Ein ein paar Blogger stellen ihre Humorlosigkeit ja auch glänzend unter Beweis. Quod erat demonstrandum…

    Die ganze Kritik auf
    http://politbuch.wordpress.com/2009/07/05/unter-linken-vergnuegliche-polemik/

    Comment by Armin König — 6. Juli 2009 @ 01:12

  7. Hmm. Ich hab mich beim Lesen des Buches die ganze Zeit gefragt, wann wohl die “vergnüglichen” Stellen kommen. Ich wartete vergeblich. Mir ist schon klar, um welche Leute es geht. Aber gerade die Gleichsetzung von Links mit Sauertöpfisch stammt doch aus einer Klischeekiste, die längst in einem Keller eines seit Jahrzehnten abbruchreifen Hauses verstaubt.

    Achtundsechtigerlehrer mit Gartenzwergbart, verkniffene Humorabstinenzler wie Peter Glotz oder Hertha Däubler-Gmelin, grüne Esotheriker etc sind den Linken doch schon ebensolange Zielscheiben wie den Rechten.

    Ich habe weder die Notwendigkeit des Buches erkannt noch nennenswerte Spuren von Humor darin entdecken können.

    Comment by Edmund Dorff — 9. Juli 2009 @ 01:33

  8. @Edmund Dorff: Du vergisst, dass Jan Fleischhauer nicht mehr als das ist: ein Rezitator von Klischees. Bezeichnend, dass in diesen Zeiten, in denen er sich allein “unter Linken” wähnt, kaum einer mehr als solcher bezeichnet werden will. Wie er übrigens selber einräumt.

    Das zeigt die ganze Absurdität dieses Büchleins. Wie natürlich auch der Umstand, dass er, sicher nicht zuletzt dank “Spiegel”-Schützenhilfe, mit seinen Klischees tatsächlich in den Bestsellerlisten landet. Und Fans am rechten Rand sammelt wie Gafron oder Röhl.

    Aber ich kann den unterdrückten Konservativen Fleischhauer beruhigen: Ich bekenne, ich bin links. So links, dass ich mich von keiner der im Bundestag vertretenen Parteien vertreten fühle. Und sogar eine Putzfrau habe ich. Oder war das jetzt nicht sauertöpfisch genug?

    Comment by WB — 14. Juli 2009 @ 10:29

  9. @WB

    „… Fans am rechten Rand …“

    Was sollen solch abgegriffene Wörter aus der Antifa-Schmuddel-Kiste?

    Comment by Karl — 14. Juli 2009 @ 12:33

  10. @Karl,

    Du trägst einen schönen Vornamen, leider fällt Dir nicht mehr ein als dies:
    “… … Fans am rechten Rand … Was sollen solch abgegriffene Wörter aus der Antifa-Schmuddel-Kiste?…”

    Manche Leute schaffen es, sich jeder ernsthaften Debatte zu entziehen, weil sie unter den Mindestanforderungen durchtauchen.

    Comment by WB — 14. Juli 2009 @ 13:13

  11. @WB
    … und Herrn Broder haben sie ganz vergessen. Damit der Witz auch ankommt, müssten sie uns aber netterweise erklären, was sie für den rechten Rand halten. Meinen sie damit rechtsextrem? In diesem Fall würde ich es für gewagt halten, wenn nicht gar völlig an der Wahrheit vorbei.
    Ich finde es schön, dass sie sich als Linker outen. Nachdem sie aber anders denkende Menschen in den rechten Topf stopfen, wäre jede andere Gesinnung ziemlich geheuchelt gewesen.
    Dass aber linker als die Linke möglich ist… Prost!

    Comment by Robert Kopper — 14. Juli 2009 @ 18:45

  12. @WB

    War Ihre Bemerkung ein Akt der Selbsterkenntnis

    Comment by Karl — 14. Juli 2009 @ 19:44

  13. Als Historiker möchte ich folgendes mal ausdrücken:
    es ist ein Fehler, die nationalsozialisten im politischen Sprektrum rechts zu kartographieren. Sie sstehen vielmehr links, sie waren neuartig in den 20er jahren, völlig das gegenteil von Konservativ. Und noch etwas haben sie mit dem Sozialismus gemeinsam (neben ihrem Titel National-Sozialisten), nämlich das sozialistische prinzip der Gleichmachung des menschen. das wollten die NS sowie die echten Sozialisten. Beide haben deutschland ruiniert. Die DDR sogar zweimal. Der Nationalsozialismus war ein damals neuartiges Hybrid-Objekt aus Sozialismus und nationalismus. Die heutigen Pragmatiker und Bürgerlichen als “rechts” zu beteichnen ist historisch falsch und verdreht alles auf den Kopf. Eine Spinnerei der 68er, die alle ihre Feinde zu nazis deklarierten und dies heute noch tun.. Eines konnten sie jedoch nicht verdecken: Der NAME national-Sozialismus ist geblieben und deckt ein wenig historische wahrheit auch heute noch auf! Gleichmacherei als Soldaten oder arbeiter.. beides ruinierte Deutschland

    Comment by Behr — 15. Juli 2009 @ 17:14

  14. Na? Mal so von Historiker zu Historiker: Wer hat die DDR zweimal ruiniert? Wann wurde die DDR das erste mal ruiniert und wann das zweite Mal? Da wäre vielleicht noch was aufzudecken.

    Weiter schreiben Sie:

    “Die heutigen Pragmatiker und Bürgerlichen als “rechts” zu beteichnen ist historisch falsch und verdreht alles auf den Kopf. Eine Spinnerei der 68er, die alle ihre Feinde zu nazis deklarierten und dies heute noch tun”

    Hm, hier setzen Sie gerade bürgerliche und “Pragmatiker” mit Nazis gleich. Das ist ja nun nicht wirklich korrekt.

    Und dass die Nazis links gewesen seien ist auch unter Historikern ein extremer Minderheiten Standpunkt. Sehr extremer Minderheiten Standpunkt. Natürlich gibt es Parallelen in den verschiedenen Strömungen der Zeit. Aber doch genug Unterschiede um die einen eindeutig der linken zuzuordnen und die andere eindeutig der rechten.

    Soviel mal dazu, Herr Historiker.

    Comment by Edmund Dorff — 15. Juli 2009 @ 18:29

  15. Zitat: “das sozialistische prinzip der Gleichmachung des menschen”

    Dass Herr Fleischhauer Fans am rechten Rand sammelt, bestätigt ja nun dummerweise dieser ruinöse “Historiker”. Noch Fragen?

    Wer Röhl und Gafron nicht kennt, möge sich in die Weiten des Netzes begeben. Was Broder angeht, den habe ich bewusst nicht eingeschlossen, er ist eigentlich nu noch skurill und scheint sich ein wenig verirrt zu haben.

    Zitat Rober Kopper: “Dass aber linker als die Linke möglich ist… Prost!”

    Tja, Wahnsinn.

    Comment by WB — 16. Juli 2009 @ 16:36

  16. @WB

    Mein Statement war ja ernst gemeint, habe es aber wahrscheinlich nicht deutlich ausgedrückt. Sie definieren sich als “Linker” und mein beschrenktes Horizont kann sich jenseits der Linken wenig vorstellen.

    Das mir dem rechten Rand finde ich weiterhin befremdlich, aber die Aussage wundert mich dennoch wenig. Vom Wahnsinn fühle ich mich aber weit genug entfernt, genau wie vom ominösen rechten Rand.

    Comment by Robert Kopper — 16. Juli 2009 @ 22:25

  17. Zitat Robert Kopper: “Sie definieren sich als “Linker” und mein beschrenktes Horizont kann sich jenseits der Linken wenig vorstellen.”

    Um ihrer Vorstellungskraft auf die Sprünge zu helfen: Den Vorsitzenden der “Linken” kann man meines Erachtens mit Fug und Recht als Nostalgiker des Keynesianismus bezeichnen, der zurück will zum vermeintlich gemütlichen Sozialstaat der 60er und 70er Jahre. Defizitkonjunktur um jeden Preis also, damit für diejenigen, die den Reichtum dieser Gesellschaft erarbeiten bzw. aussorttiert darauf warten, es vielleicht mal wieder tun zu dürfen oder müssen, dann ein paar Brotkrumen mehr vom Gewinn abspringen. Das ist kein linker Standpunkt. Und positioniert sich in keiner Weise zu der Tatsache, dass Kapitalismus und Zukunft sich ausschließen. Stichwort sinkende Profitrate.

    Zu Gestalten wie Gafron und Röhl äußere ich mich hier nicht, die sind es nicht wert und manch einer ist dem Wahnsinn näher als er oder sie denkt.

    Comment by WB — 17. Juli 2009 @ 10:43

  18. @WB

    Dass mit der sinkenden Profitrate ist ja auch ein ganz alter Hut… schön, dass Sie ihren Marx kennen, aber ob dessen Ansichten in die heutige (ökonomische) Zeit passen, sei mal dahingestellt. Wo und wann sinkt denn die Profitrate? Es gibt genügend Unternehmen die glänzende Profitraten erwirtschaften, sogar höhere als früher.

    Zum Thema Anti-Kapitalismus: Was ist denn Ihrer Meinung nach die Alternative? Einfach nur zu sagen Kapitalismus ist schlecht und man muss etwas anders machen reicht wohl nicht.

    Comment by ABC — 19. Juli 2009 @ 22:03

  19. Letztens sagten Sie im Radio, dass Ihnen Provokation Spaß bereitet. Dies im Hinterkopf wird Ihr Buch nachvollziehbar. Sie vertreten Standpunkte und Polemiken, die Sie wohl nur mit dieser Motivation scheinbar ernsthaft einnehmen.

    Dass Sie aber Ihr Werk in diesem Interview als “Sachbuch” bezeichnen, ist angesichts der Überzeichnungen und Pauschalurteile bestenfalls albern.

    Comment by Langnese — 28. Juli 2009 @ 14:21

  20. Zitat ABC: “Es gibt genügend Unternehmen die glänzende Profitraten erwirtschaften, sogar höhere als früher.”

    @ABC:
    Kein Wunder, dafür gibt’s ja die Politik und zum Beispiel ihre Agenda 2010. Die SPD scheint ja auch schon wieder sowas wie die “Agenda 2020″ im Köcher zu haben, wenn ich mir die Äußerungen ihres Spitzenkandidaten so angucke. Der Reparaturbetrieb läuft also auf Hochtouren, diesmal wieder mit stärkeren keynesianistischen Elementen, mal sehen wie lange das angesichts immer größerer Blasen (jetzt die Staatsanleihen) noch gut geht.

    Auch Marx hatte bereits der sinkenden Profitrate gegenläufige Tendenzen erkannt; nur rückte er nie davon ab, dass die sinkende Profitrate letzten Endes doch die dominante Tendenz ist.

    Man könnte auch sagen, es gibt nur eine Umwelt, die sich ausbeuten lässt, nur einmal die BRIC-Staaten als “Absatzmarkt der Zukunft”. Auf dem Mond oder dem Mars findet das Kapital weder billige Arbeitskräfte noch einen neuen Absatzmarkt.

    Die jetzige globale Krise sehe ich da schon als gewisse Zäsur, auch in psychologischer Hinsicht. Mit dem Spruch “der Markt wird’s schon richten” ernten die Apologeten des herrschenden Konkurrenzsystems schon jetzt bei einer Mehrheit nur noch Gelächter.

    Zitat ABC: “Einfach nur zu sagen Kapitalismus ist schlecht und man muss etwas anders machen reicht wohl nicht.”

    Wenn Sie meinen Ausführungen folgen, bleibt uns gar nichts anderes übrig, als über Alternativen zum Kapitalismus nachzudenken. Denn er kann weder die Ernährung der Weltbevölkerung, noch die soziale Gerechtigkeit in den kapitalistischen Kernstaaten und natürlich auch nicht das Funktionieren des Weltklimas garantieren. Im Gegenteil, mit seinem Wachstumszwang – siehe auch hier wieder der grüne Kapitalismus von SPD, Grünen und manch anderen – zerstört er unsere Lebensgrundlagen.

    Die Alternative ist immer die gleiche, vor 100 Jahren wie jetzt: Sozialismus oder Barbarei. (Und nein, die DDR und ihre Bruderländer waren keine sozialistischen Staaten, es handelte sich um autokratische, staatskapitalistische Regime mit einer nachgeholten Industrialisierung.)

    Zu Langnese: Ich bin fast geneigt, Ihrer Interpretation zuzustimmen. Hoffen wir’s mal für Jan Fleischhauer, nicht dass “konkret” am Ende noch recht hat mit der Einordnung als “pfostendumm”.

    Comment by WB — 4. August 2009 @ 15:06

  21. Interessant, dass der Teilnehmer WB zunächst mit halbwegs nonchalanten Beiträgen versucht hat, das angebliche Klischee vom sauertöpfischen Linken aufzuweichen, sich dann aber doch wieder zu einem länglichen und selbstgerechten Replik hinreissen lässt, in der sich einmal mehr alle Versatzstücke und Plattitüden der “richtigen” Weltanschauung wiederfinden – einschließlich des brand new topic “Weltklima”, dass hier in einem Anflug kapitalistischer Denke als neues “Verkaufsargument” dem etwas angestaubten Angebotskatalog hinzugefügt wird. Aber leider endet das Konglomerat linker buzzwords auch diesmal wieder nicht in greifbaren Alternativen zum Schweinesystem, sondern in einem billigen Stammtisch-Spruch.

    Was dagegen erreicht wurde: die Einsicht, dass linker Drang nach Belehrung immer über die Leichtigkeit siegen wird, auch einmal über sich selbst lachen zu können. Quod erat demonstrandum, daher.

    Comment by TN — 12. September 2009 @ 13:15

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