Buchtest

Abgelegt unter: Unter Linken — Tags:, — JF @ 19:27

Love and hate

“Man darf nicht zu empfindlich sein, wenn man sich selbst verortet” – für alle, die mehr über den Autor und die Reaktionen erfahren wollen, hier ein Interview mit den engagierten Kollegen von “Buchtest.de”. Gibt es an dieser Stelle auch auf Englisch: “I was the perfect object of hate.’”

ZDF

Abgelegt unter: Linke, Linkspartei, Parteien — Tags:, , , — JF @ 12:57

Maybrit Illner – SPD-Therapiestunde mit Dohnanyi, Drohsel & Ulrich Maurer

ARD

Abgelegt unter: Lebenswelten, Linke — Tags:, , , , — JF @ 20:10

Menschen bei Maischberger – Hildebrandt, Kroetz, Rogler, Fitz & einer von Außen

Ausländerpolitik

Abgelegt unter: Ausländer, Linke — Tags:, , , , , — JF @ 22:11

Am Rande des Guten

Die Ausführungen des ehemaligen Berliner Finanzsenators und heutigen Bundesbankmitglieds Thilo Sarrazin zu den Versäumnissen der deutschen Ausländerpolitik haben im linken Lager zu heftigen, man kann auch sagen: den erwartbaren Reaktionen geführt. “Am Rand braunen Gedankenguts” ordnete Hans-Christian Ströbele von den Grünen Sarrazins Äußerungen ein, “widerlich” nannte sie der grüne Bundestagsabgeordnete Gerhard Schick, “skandalös” und “rechtsradikal” das Verdi-Vorstandsmitglied Uwe Foullong. Für den Feuilleton-Chef der “Frankfurter Rundschau”, Arno Widman, ist der Finanzfachmann “verrückt, und sonst gar nichts”, außerdem ein “Brandstifter” und hysterischer Fremdenfeind, der “Rassismus pur” verbreitet. “Sarrazins Menschenverachtung ist untragbar”, befand gleich am Montag Renate Künast und empfahl dann das, was sie in solchen Fällen immer empfiehlt: die Entfernung des Schuldigen aus dem Kreis der Zurechnungsfähigen. Bundesbank-Präsident Axel Weber müsse umgehend tätig werden (sonst ist es immer die Kanzlerin, die eingreifen muss): “Jede Ortssparkasse müsste umgehend Konsequenzen ziehen. Wenn die Bundesbank nicht sofort handelt, gefährdet sie ihre Substanz.”

Nun zu einigen Zahlen: In der Altersgruppe der 25- bis 35jährigen haben 40 Prozent der Ausländer in Deutschland keinen formalen Berufsabschluss, bei den Türken liegt der Anteil inzwischen bei 73 Prozent, so steht es im jüngsten “nationalen Integrationsplan” der Bundesregierung. Von den ausländischen Arbeitslosen hatten zu Beginn des Jahres 78 Prozent keine richtige Ausbildung, bei den Deutschen waren es in dieser Gruppe 37,5 Prozent. Vier Fünftel der ausländischen Jugendlichen eignen sich bestenfalls für einfache Tätigkeiten, nur elf Prozent haben das Zeug zum Facharbeiter, lediglich acht Prozent können sich für eine gehobene Angestelltenposition bewerben. Mit jeder Generation hat sich die Arbeitsmarktlage von Ausländern in Deutschland verschlechtert. Ende der siebziger Jahre war die Arbeitslosigkeit bei Deutschen und Zugezogenen etwa gleich hoch. Zwischen 1980 und 1983 jedoch verdoppelte sich  deren Arbeitslosenquote plötzlich und überstieg 1997 erstmals die 20-Prozent-Marke. Gemessen an der Gesamtbevölkerung ist sie Migranten heute mehr als doppelt so hoch.

Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass die Zahlen in Zukunft besser werden. Es spricht im Gegenteil sogar alles dafür, dass sich die soziale Lage von Ausländern, und hier vor allem von Türken in Deutschland, weiter verschlechtert. Das ist dramatisch, nicht ein Interview in einer respektablen Kulturzeitschrift mit linken Wurzeln und französischem Namen.

Phraseologie

Abgelegt unter: Allgemein, Krise — JF @ 18:04

Klimawandel

Welche Phrasen, Floskeln und abgenutzten Metaphern erwarten uns mit der neuen Regierung? Ganz sicher die “soziale Kälte”. Es erscheint nahezu unausweichlich, dass dieses unbarmherzig ausgelutschte und tatsächlich ja Abgegriffenste aller politischen Sprachbilder für den Medien- und Kommentarzirkus neu aufgezäumt wird. Tobias Rüther bereitet sich in der FAZ deshalb schon einmal mental auf den Einbruch des sozialen Winters vor, dessen Vorboten Deutschland bereits länger frösteln lassen. Rüther datiert den Beginn der neuen Eiszeit auf den November 1989, als nach vier Jahrzehnten deutscher Teilung die Mauer fiel und damit aus der sozialistischen Wärmekammer, die ihre Menschen auf einer angenehmen Betriebstemperatur gehalten hatte, die Luft entwich. Anderseits: Die Rettung liegt nah, um nicht zu sagen in eben den Personen, deren Ankunft nun zähneklappernd erwartet wird. “Wie kann es überhaupt kälter werden in Deutschland”, fragt Rüther zurecht, “wenn gleichzeitig die Opposition, die sich auch noch nicht richtig formiert hat, davon redet, dass es fortan eigentlich nur noch wärmer werden wird, weil die neue Regierung nichts gegen den Klimawandel unternehmen wird und uns, ganz im Gegenteil, strahlende Zeiten bereiten will.” Vielleicht ist damit ja schon die Rolle beschrieben, die Guido Westerwelle auch bei grün Gesonnenen in Zukunft akzeptabel oder jedenfalls ökologisch unbedenklich macht: als das FDP-Kühlaggregat gegen die Folgen von Klimakillern und CO2-Ausstoss.