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Maybrit Illner – SPD-Therapiestunde mit Dohnanyi, Drohsel & Ulrich Maurer

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3 Kommentare

  1. Habe die Sendung “live” mitverfolgt und muss sagen, dass Frau Drohsel mich am wenigsten überzeugen konnte. Sehr schwach an ihrem Auftreten fand ich, dass sie so wahnsinnig schnell und gehetzt gesprochen hat – das kann man rhetorisch viel besser, vor allem wenn man tragkräftige Argumente hat (die wohl fehlten) – und besonders wie sie mit Herrn Dohnanyi umsprang, der sie dann sogar erinnern musste, dass er zufälligerweise auch noch in der SPD ist – wenngleich auch etwas konservativer.

    In dieser Ungeschlossenheit, und dadurch dem Wähler offenbarten anscheinenden Unglaubwürdigkeit zeigt sich doch das eigentliche Problem der SPD, wobei ich es besonders schade finde, dass durchaus sympathische und pragmatische Leute (wie auch Herr Dohnanyi oder wenn man an Steinbrück denkt) jetzt durch die linke Basis-Mehrheit verdrängt werden, weil man sich der Linkspartei nähern möchte. Aber das ist doch der Fehler : Auch wenn die in vielen Punkten “mitte-rechts” Politik des Schröder Kabinetts unbeliebt war, hatte sie (Stichpunkt Agenda 2010) durchaus realpolit. gute Ansätze – die man nun ganz schnell vergisst, weil da ganz links eine Partei ist, die mit utopischen Geldgeschenken in den Wahlkampf geht, und Erfolg hat.

    Spätestens wenn die Linke an der Realität scheitern wird, lässt sich absehen, was die SPD davon gehabt hat, auch diesen Kurs einzuschlagen. Aber bis dahin kann es schon zu spät sein, und dann wird die SPD inhaltlich noch weniger differenziert auftreten können, als zu diesjährigem Wahlkampf (größter Punkt im Wahlprogramm: schwarz-gelb verhindern).

    Aber das ist nur meine eigene laienhafte Einschätzung ;-)

    Als 21 jährig. Student, und daher selbstverständlich auch “unter Linken”, danke ich Ihnen für dieses unterhaltsame Buch, und hoffe, dass Sie die schriftstellerische Tätigkeit bald noch einmal aufnehmen werden.

    P.S. : Ihre Diskussion mit Herrn Lauterbach von der SPD war großartig! Die 2 Stunden vergingen wie im Flug, und ich muss sagen, dass sie beide sehr überzeugend waren. Am Ende zählt eben doch, was man für sich selber beansprucht.

    Comment by J. Schneider — 17. Oktober 2009 @ 16:07

  2. Böse, wenn man die JuSo-Vorsitzende “Blondchen” nennt? :D
    Außerdem ward es herrlich stereotyp, wie der Herr Westbeauftragte zusammenhangslos mit der pösen Bankenrettung anfängt^^

    …vielen Dank fürs Bloggen, Herr Fleischhauer!

    Comment by Leon Hartner — 17. Oktober 2009 @ 18:11

  3. Ich teile die Ansicht meiner vorschreiber: die drohse war schwach.

    Ich habe mal vor sehr vielen jahren für unsere damalige schülerzeitung einen spd-parteitag besucht und kam dabei mit einigen jusos in kontakt.

    damals war ich noch unreflektiert “links” und stolz auf meinen job, aber nach einer stunde “abhängen” mit jusos in einem warteraum (wir warteten auf wolfgang clement und rudolf scharping – über die beiden wurde so kräftig gelästert, dass ich kurz dachte, das wären cdu-ler) bekam mein weltbild schon feine haarrisse.
    frau drohse passt gut zu einer politische kaste, die die verteilung von posten und (nicht selbstverdientem) geld schon mit politik verwechselt. Am ende einer solchen “politischen” diskussion fühlt man sich wie nach einem essen bei mcdonalds.

    Comment by Roland Wolff — 18. Oktober 2009 @ 12:29

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