Politik

Lagertheorie

Wie zeitgemäß sind die Kategorien links und rechts? Dass sich die politischen Lager aufgelöst hätten, ist das große Mantra der Politikwissenschaft, von den interessierten Meinungsmachern nur zu gern aufgenommen und weitergetragen. Kein Argument auch wird so oft gegen “Unter Linken” ins Felde geführt, wie dieses, dass es links und rechts ja gar nicht mehr gäbe, so als entfalle mit dem entsprechenden Nachweis  der Publikationsgrund. Hier liegt selbstverständlich eine Verwechselung vor: Nicht die Lager lösen sich auf, sondern die Parteibindungen, wie sich schnell beweisen ließe. Tatsächlich sind politische Zuordnungen weit zäher, als gemeinhin angenommen,  gehen sie doch über Fragen, wie man zur Atomkraft oder dem Betreuungsgeld steht, weit hinaus und richten sich viel mehr auf lebensweltliche Grundeinstellungen. Nur so ist es ja auch zu erklären, dass die Deutschen, zur Verblüffung der Linken, nach elf Jahren wieder eine bürgerliche Regierung ins Amt gehoben haben, trotz Finanzkrise und vorübergehendem Zusammenbruch des Kapitalismus. Mehr dazu im Interview mit der Internet- und Blogzeitung “Freie Welt”: http://www.freiewelt.net

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4 Kommentare

  1. Die schwarz-gelbe Koalition hat im neuen ARD-Deutschlandtrend ihre Mehrheit verloren. Der Umfrage von Infrastest dimap zufolge kommen CDU/CSU und FDP bei der sogenannten Sonntagsfrage zusammen nur noch auf 47 Prozent. SPD, Grüne und Linke liegen dagegen gemeinsam bei 48 Prozent.

    Quelle:http://nachrichten.t-online.de/waehlergunst-cdu-csu-und-fdp-verlieren-mehrheit/id_20774550/index

    Comment by Markus Graf zu Rosenfeld — 4. Dezember 2009 @ 14:15

  2. …die Linke kann es sich sprichwörtlich einfach nicht leisten, das “links/rechts”-Schema in Abrede zu stellen. Wie würde denn dann die gut subventionierte “gegen Rechts”-Industrie inkl. Berufsempörern, Streetworkern, Pädagogen und Antifaschisten gerechtfertigt werden können? Wäre doch auch schade, wenn diese ganzen Leute dann tatsächlich einer ehrlichen Arbeit nachgehen müssten….

    Comment by artisan — 6. Dezember 2009 @ 20:49

  3. Der Knallfrosch artisan ist in seinem Knallglas eine Stufe heraufgekrochen und schaut mal über den Rand: “Ade Borniertheit” hat er wohl gedacht, doch reicht der von Froschmuttis Pädagogik gestählte Blick nun einmal nicht aus, ein neues Licht auf alte Probleme zu werfen. Seit wann ist die “Gegen-Rechts-Industrie” gut subventioniert? Die Antifaschisten verfügen doch nicht über die Einkünfte der Beamten des Auswärtigen Amtes! Wo bitte sind die Kennzeichen dafür, dass es sich dabei um eine Industrie handelte? Was hat der Mann gegen Streetworker? Warum unternimmt der Staat so wenig gegen seine verbeamteten Pädagogen?”

    Ich vermute, dass artisan zu denjenigen gehört, die sich beim Onanieren einen Orgasmus selbst vorspielen können, – diese Fähigkeit ist selten, aber froschig.

    Ich muss das nicht tun, denn ich lebe von den Zinseinkünften meines Besitzes und zähle daher zu den wirklichen Leistungsträgern dieser Gesellschaft! Wir arbeiten ehrlich und hart, indem wir unser Vermögen auf anstrengendste Art und Weise am PC in der getäfelten Bibliothek verwalten: Steuern sind hart, aber mein Vermögen ist härter!

    Jetzt schnell herab in den Weinkeller und schnell eine Flasche Meyer-Näkel Spätburgunder “Blauschiefer” 2007 heraufgeholt (24,95 €), denn es wird dunkel bald und Väterchen Frost hat einen Gruß geschickt…

    Comment by Markus Graf zu Rosenfeld — 11. Dezember 2009 @ 18:32

  4. Zunächst: die Begriffe links und rechts sind zeitgemäß, da sich seit Anbruch der klassischen Moderne diese Begriffe als zutreffend erwiesen haben, v.a. hinichtlich ihrer historischen Kontinuität der jeweiligen Positiionen, v.a. der Linken.
    Links im Nationalkonvent saßen die Jakobiner. Ihre Forderungen sind dieselben geblieben.
    Das rechte Lager hat eine Entwicklung hinter sich. Als Interessenvertretung des Bürgertums wurde der Begriff nach dem zweiten Weltkrieg mit Kapitalismus, Kleinbürgertum, Faschismus fehlidentifiziert.
    Der National-”Sozialismus” war eine alles vertreten wollende Politbewegung, die ebenso linke Anteile aufwies. Eine der großen Gemeinsamkeiten zwischen Kommunismus und Sozialismus ist das ewige Bestreben nach Uniformität der menschenmaßen (wohl um sie besser beherrschen zu können in einer Diktatur).
    das absolute Gegenmodell zum NS-Staat ist die Freiheit (auch des Besitzes), der Individualismus und das Private.

    Wir müssten für eine historisch aufrichtige Einordnung unsere Eindimensionalität (rechts links) verlassen und eine dritte Richtung hinzudenken. Hier würden aber neue Begriffe notwendig werden.
    Vorschlag:
    1.) Sozialuniformität/Klassenkampf bis zur Gesamtzwangsnivellierung des Menschen – 2.) Rassenuniformität – 3.) Freiheitlich/Individuell/Demokratisch.

    Oder zwei neue Denkmodelle: Uniformistisch (das sind die Extreme links wie rechts) und Pluralistisch.

    Solche Begriffe würden uns weiterbringen und die politische Situation und die wahren Endziele unserer politischen Strömungen wahrhafter abbilden.

    Comment by Bre — 6. April 2010 @ 00:06

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