Gleichstellung

Filed under: Geschlechterkampf — Schlagwörter: , , , — JF @ 21:44

Neues zur Geschlechterdebatte

Wer über Diskriminierung in Deutschland redet, landet irgendwann nahezu unweigerlich beim Thema Geld. Kaum eine Diskussion über Geschlechterfragen, in der nicht das Einkommensgefälle zwischen Männer und Frauen zur Sprache kommt: Dass Frauen bei vergleichbarer Tätigkeit laut Statistik etwa 12 Prozent weniger verdienen als Männer, gilt gemeinhin als Beweis für die Ungerechtigkeit der patriarchalisch dominierten Gesellschaft und damit als Grund für alle möglichen Gleichstellungsprogramme.

Das Deutsche Institut der Wirtschaft hat vergangene Woche eine Studie vorgelegt, die  geeignet ist, unseren Blick auf diesen Teil der Geschlechterdebatte zu ändern (und die deshalb von vielen Medien auch nicht weiter zur Kenntnis genommen wurde). Die Wissenschaftler kommen zu dem überraschenden Befund, dass Frauen mit weniger Gehalt zufrieden sind als ihre männlichen Kollegen, ja, dass sie diese Ungleichbezahlung sogar als gerecht empfinden. Bislang ging man selbstverständlich davon aus, dass es die Unternehmen sind, die ihre weiblichen Arbeitnehmer bei Gehaltsverhandlungen drücken, was im Umkehrschluss staatliches Eingreifen nötig macht. Nun scheint es so, als ob Frauen selber einen gehörigen Anteil daran haben, dass sie bei gleicher Tätigkeit weniger verdienen als Männer. Die Forscher selber sprechen von einem Rätsel.

Eine Möglichkeit ist, die Erklärung in einem geringeren Selbstwertgefühl von Frauen zu suchen: Weil sie sich von der Gesellschaft abgewertet sehen, glauben sie, dass ihnen auch im Beruf weniger zusteht.  Das wäre die systemkonforme Analyse, die Frauen vorzugsweise als Opfer beschreibt. Man kann sich aber auch fragen, ob sich in dem Gehaltsverzicht nicht eine realistische Sicht auf die eigene Leistungsbereitschaft ausdrückt, oder sagen wir lieber: den Willen zur Selbstauslieferung.

Frauen verfolgen neben der Arbeit häufig noch andere Interessen, ein Leben mit Kindern und Familie zum Beispiel, auch deshalb sind ihre Berufsbiographien zwangsläufig unregelmäßiger als die von Konkurrenten, die nur das eigene Fortkommen im Kopf haben. Es ist eine kluge und zudem lebensverlängernde Entscheidung, sich seinem Arbeitgeber nicht mit Haut und Haaren zu verschreiben; die selbstschädigenden Folgen männlicher Aufstiegssucht sind an nahezu jeder Medizinstatistik zu stressbedingten Erkrankungen ablesbar. Nur kann man dann anderseits eben nicht erwarten, dass man mit derselben Geschwindigkeit Karriere macht wie jemand, der dem Unternehmen rund um die Uhr zur Verfügung steht.

Es scheint so, als ob Frauen, die im Erwerbsleben stehen, dies als Tatsache des Lebens klaglos akzeptieren. Ein Problem haben damit all diejenigen, die einen Beruf daraus gemacht haben, Frauen zu fördern, die im Berufsleben stehen.

Wissenschaft

Filed under: Allgemein,Intelligenz,Lebenswelten,Linke — Schlagwörter: , , , , — JF @ 23:38

Neues aus der Intelligenzforschung

Endlich mal wieder Selbstbestätigung für alle, der linken Sache nahestehenden Menschen: Konservative haben einen geringeren IQ. Erst hat es die “Süddeutsche” vermeldet, dann “Spiegel Online”: Der Psychologe Satoshi Kanazawa von der London School of Economics hat eine Befragung unter amerikanischen Jugendlichen ausgewertet und dabei herausgefunden, dass diejenigen, die sich selber als “sehr liberal” einstuften, einen Intelligenzquotienten von 103 aufwiesen, die Gruppe derer, die sich selber als “sehr konservativ” einschätzte, aber nur einen von 97. Kein gewaltiger, aber immerhin ein deutlich messbarer Unterschied. Fazit also: Linke sind intelligenter als Rechte.

Bevor sich nun alle wahnsinnig freuen und über die Erkenntnisse des Briten ganz aus dem Häuschen geraten, hier ein paar weitere Ergebnisse aus der Forschungsarbeit Kanazawas: Männer sind intelligenter als Frauen, große Menschen sind intelligenter als kleine, hübsche intelligenter als hässliche. Angeblich bringt es auch Vorteile, seiner Frau treu zu bleiben. Dann vielleicht doch lieber groß, gutaussehend und rechts, als klein, vermuckelt und links. Zumal Konservative auch noch glücklicher sind, wie nun wiederum Christian Bjornskov von der Aarhus School of Business herausgefunden zu haben glaubt. Abenteuer Wissenschaft.

Gender Mainstreaming

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Geschlechtsneutrale Päderastinnen

Zu den Publikationen der Bundeszentrale für politische Bildung gehört die “Zeitschrift aus Politik und Zeitgeschehen”, die im Wochenrhythmus erscheint und “wissenschaftlich fundierte, allgemein verständliche Beiträge” bietet, ein “Forum kontroverser Diskussion”, wie es in der Selbstbeschreibung heißt (kennen die Verfasser solcher Ankündigungen eigentlich auch etwas anderes als Diskussionen, die nicht kontrovers verlaufen; wie wäre es zur Abwechslung mal mit einer “einvernehmlichen Debatte”, einem “harmonischen Disput”, was der Realität solcher Zeitschriften ja sogar sehr viel näher käme?)

Nach “Krise der Weltwirtschaft” und “Lebenswelten von Migrantinnen und Migranten” ist jetzt eine Ausgabe über Frauen und Politik geplant. Allen Autoren ging dieser Tage einen Autorenvertrag zu: “Die Bundeszentrale für Politische Bildung gehört zu den Behörden, die Gender Mainstreaming als Modellprojekt einführen”, heißt es am Ende des Schreibens, “wir möchten Sie daher bitten, Ihren Beitrag in einer geschlechtsneutralen Sprache abzufassen.” Man darf gespannt sein, wie das Experiment ausgeht. Es scheint so, als ob wir dem Tag nicht mehr fern sind, wo zumindest in den Schriften der Bundesbildungszentrale neben den Päderasten und den Totschläger getreu dem linguistischen Modellprojekt endlich die Päderastin und die Totschlägerin treten. Auch von “Holcaustleugnern und Holocaustleugnerinnen”, bzw. “den Rechtsradikalen und  Rechtsradikalinnen” war  bis dato in der Mainstream-Presse kaum die Rede, ein Misstand, dem jetzt sicher mit Bundesmitteln abgeholfen wird.