Kritik

Filed under: Journalismus,Unter Linken — Schlagwörter: , , , — JF @ 17:56

In Stahlgewittern

Darf man sich freuen, wenn man mit Ernst Jünger verglichen wird? Wahrscheinlich eine Temperamentfrage, die meisten Journalisten würden vermutlich einen Herzinfarkt bekommen. In jedem Fall scheut sich der Kollege Marc Felix Serrao von der “Süddeutschen” nicht, den “Spiegel” dafür zu loben, dass der sich nicht so eindeutig links verorten lasse. In einem längeren Artikel über den neuen “Focus”-Chef Wolfram Weimer und dessen Vorhaben, den Raum zu besetzen, den der “Spiegel” nach Weimers Beobachtung rechts der Mitte freigemacht hat, schreibt Serrao: “Wenn er sich da nicht täuscht (…) Man denke nur an das berühmte Cover mit dem Insektenaufspießer Ernst Jünger (04/1950: “Dreißigtausend Käfer”), an das freundliche Porträt im Heft, das selbst Jüngers Sekretär Armin Mohler, einen gescheiterten SS-Freiwilligen und späteren Liberalenhasser, nur gleichgültig erwähnte. Oder, aktuell, an die eleganten Artikel des Bekenntniskonservativen Jan Fleischhauer (“Unter Linken”).” Zweifellos die netteste Behandlung, die ich bislang in der “SZ” erfahren habe.