Kritik

Filed under: Unter Linken — Schlagwörter: , , , — JF @ 18:07

Grämliche Zeit

Für alle, die Broders überschwängliches Lob noch nicht gelesen haben, hier ein Verweis auf “Die Presse” in Wien: In Österreich darf man noch die Wahrheit sagen! Für die “Zeit” hat sich Alexander Gauland über das Buch gebeugt, Herausgeber der “Märkischen Allgemeinen” und Verfasser diverser Anleitungen zum “Konservativsein”, die der lesende Teil der Bevölkerung zur nicht allzu geringen Enttäuschung des Potsdamer Publizisten aus unerfindlichen Gründen beharrlich ignoriert. Gauland befindet grämlich: “Jan Fleischhauer wollte über den Konservativismus schreiben – nur weiß er nicht, was das ist”. Sorry, “Zeit”-Redaktion, aber genau so ein Buch wollte der Autor nicht schreiben, so etwas will nämlich niemand lesen, wie sich bei einem Blick auf jede Amazon-Liste leicht feststellen lässt (Alexander Gauland, “Anleitung zum Konservativsein”, aktueller Amazon-Verkaufsrang: 476.811).

SZ

Filed under: Schmähung — Schlagwörter: , , , — JF @ 23:27

Verschwörungstheoretisch

Willi Winkler gestern in der “Süddeutschen Zeitung” verschwörungstheoretisch: Erst feiert Fleischhauer sein Coming out als Konservativer, schon kann man im Spiegel Online Shop über einen Link zu Libri Naziliteraur kaufen. Wer da wohl dahinter steckt? Fazit des SZ-Schreibers: “Die Glaubwürdigkeit des Spiegel wird unter diesem Link ins rechte Lager nicht leiden, peinlich ist es schon.” Peinlich wiederum für Winkler: Im Shop der “Süddeutschen Zeitung”, bei der er angestellt ist, kann man die Probe aufs Exempel, die Erinnerungen des im Dresdner Winkelried-Verlag erschienenen belgischen Faschisten und Littel-Inspirators Leon Degrelle, genauso problemlos erwerben. Was nur den Schluss zu lässt, dass Winkler nichts vom Internet versteht (gut denkbar) oder das bewußt missachtet hat, weil er sich irgendwie über den Spiegel beziehungsweise den Vorabdruck ärgern wollte. Kollege Winkler: Kopf hoch und selber mal ein Coming Out hinlegen, als was auch immer (ich glaube, er lässt sich fesseln).

Leseprobe

Filed under: Unter Linken — Schlagwörter: , , , — JF @ 09:09

Unter Linken

Vorabdruck

Filed under: Linke — Schlagwörter: , , , , , — JF @ 23:53

Aus dem Villenviertel

Im “Spiegel” findet sich diese Woche ein Auszug aus der Einleitung meines Buches; für alle, die das verpasst haben, anbei ein Auszug. Die Kommentare sind bislang überwiegend freundlich, nur Leser M. Rude erfüllt erkennbares Missbehagen bei der Lektüre, er moniert: “Gerade habe ich den Auszug aus der Einleitung Ihres Buches im SPIEGEL gelesen. Das hat mir schon gereicht. Wer ernsthaft meint, heute links zu sein, bedeute, zwar in einem Villenviertel zu leben, aber in der SPD zu sein, für Obama zu schwärmen, die Meinungsspalte der “Süddeutschen” zu lesen und das Feuilleton der FAZ, der war nie links, sondern schon immer bürgerlich und konservativ. Eine Frechheit, dass so jemand sich erdreistet, etwas über die Befindlichkeit der Linken zu schreiben!” Hmm, was dem aufmerksamen Zeitgenosse Rude wohl auf Nachfrage zum Lebenswandel von, sagen wir, Joschka Fischer einfallen würde, der gerade eine Villa im Grunewald bezogen hat, die er mit den Einnahmen aus einer amerikanischen PR-Agentur bestreitet? Aber vielleicht gehörte Fischer nach Ansicht des braven linken Fahrensmanns ja auch nie dazu.


Wie man aus Versehen konservativ wird

Konservativ

Filed under: Lebenswelten — Schlagwörter: , , , — JF @ 23:26

Woran Sie erkennen können, dass Sie für die linke Sache verloren sind:

- Sie sehen Ihre Tochter mit Puppen spielen und den Sohn mit einem Feuerwehrauto und sind darüber nicht besorgt, sondern aufrichtig erleichtert.

- Sie vertreten in einer Diskussion über Graffiti als einziger nicht die Meinung, dass man dies als jugendliche Protestform akzeptieren müsse.

- Sie würden sich wünschen, dass der Ethiklehrer Ihres Kindes nicht eine gepiercte Zunge hat und um den Hals Metallbänder so groß wie nubische Armreifen.

- Sie sind natürlich gegen Botox und Brustvergrößerungen – aber verstehen jeden, der es trotzdem macht

- Sie sind auch zu der Erkenntnis gelangt, dass sich am Strand und im Theater immer die Falschen ausziehen.

- Sie halten die ganzen 122 Minuten von “Dead Man Walking” durch und wollen am Ende immer noch, dass der Typ seine gerechte Strafe erhält.